Das Jahr 2021. Wie ging es unseren Kälbern? Und was geht noch?

Wir nähern uns mit Riesenschritten dem Ende eines mehr als denkwürdigen Jahres. Und ich möchte mit meinem letzten Kälberblog für 2021 kurz das „Kälberjahr 21“ Revue passieren lassen und einen Ausblick wagen. Hier erfahrt ihr mehr…

Wir nähern uns mit Riesenschritten dem Ende eines mehr als denkwürdigen Jahres. Und ich möchte mit meinem letzten Kälberblog für 2021 kurz das „Kälberjahr 21“ Revue passieren lassen und einen Ausblick wagen. Hier erfahrt ihr mehr…

Gepostet von in Kälberaufzucht, Kolostrum am 23. Dezember 2021
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Das Jahr 2021. Wie ging es unseren Kälbern? Und was geht noch?

Wir nähern uns mit Riesenschritten dem Ende eines mehr als denkwürdigen Jahres. Und ich möchte mit meinem letzten Kälberblog für 2021 kurz das „Kälberjahr 21“ Revue passieren lassen und einen Ausblick wagen.

Corona kannte man bis vor Kurzem nur von Kälberdurchfällen bzw. der Muttertierimpfung zur Vermeidung ebensolcher. Niemand von uns hätte ernsthaft geahnt, dass just ein solches Virus die Welt seit fast 2 Jahren gänzlich auf den Kopf stellt. Auch unsere Kälber haben infolge der Pandemie gelitten: Pflegepersonal ist krankheits- oder quarantänebedingt ausgefallen, so dass es immer wieder zu Engpässen und Arbeitsspitzen auf den Betrieben gekommen ist. Somit nimmt auch die automatisierte Fütterung von Kälbern in Planungen und Umsetzung immer mehr Raum ein. Gute Arbeitskräfte, und das berichten fast alle Landwirte, sind immer schwerer zu finden.

Beim Kolostrum gibt es noch Luft nach oben 
Die Preise für Kälber darben immer noch auf einem erschreckend niedrigen Niveau, während die Preise für Milchaustauscher und Eiweißfuttermittel stark angezogen haben. Damit hat sich die ohnehin angespannte Situation bei den Landwirten weiter verschärft. Weiter Öl ins Feuer gegossen wurde dann im Jahresverlauf mit der Ankündigung der Änderung der Kälbertransport-Verordnung zum 1.1.2023. Danach müssen, und das ist jetzt amtlich, Kälber 28 Tage auf dem Herkunftsbetrieb verbleiben bevor sie transportiert werden dürfen. Diese neue Verordnung hat es in sich, da nun mehr die Gesamtverantwortung hinsichtlich Wohlergehen und Gesundheit komplett auf der Seite der Landwirte befindet. Was für viele in den ersten beiden Lebenswochen schon eine echte Herausforderung war, geht nun in die genauso lange Verlängerung. Das bedeutet, dass in Zukunft neben höherer Kosten der Druck auf die Produktion gesünderer Kälber noch mehr zunehmen wird. Deshalb sind Optimierungskonzept bereits im Close-up und Abkalbe-Bereich gefordert, nicht zuletzt aber eine Verbesserung des Kolostrummanagements auf ganzer Breite.

Das genetische Potenzial voll abrufen
Denn wir alle erinnern uns noch an die PraeRi-Studie vom Oktober 2020, die bundesweit gezeigt hat, dass wir unseren Kälbern immer noch zu wenig Biestmilch zukommen lassen. Biestmilch, die in vielen Betrieben auch nicht regelmäßig kontrolliert wird, öffnet damit dem Durchfall Tür und Tor. Die intensive Kälberaufzucht ist immer weiter auf dem Vormarsch, wenn auch nicht in der Geschwindigkeit, die wir uns als Berater wünschen würden. 2 von 3 Betrieben fahren laut PraeRi-Umfrage immer noch mit „angezogener Handbremse“ und rufen damit bei weitem nicht das genetische Potenzial ab, was unsere heutige Kälbergeneration in sich trägt.

Die Paarhaltung wird kommen
Die paarweise Haltung von Kälbern machte das ganze Jahr über immer wieder mal von sich reden und es scheint so, dass immer mehr Betriebsleiter sich damit anfreunden können. Die „One cage“ Politik der EU in Brüssel scheint zudem Einzelhaltungen bis 2027 gänzlich verbieten zu wollen. Da käme eine solche Alternative natürlich gerade recht. Für eine erfolgreiche, artgemäße Haltung gilt die paarweise Aufzucht schon länger als „State-of-the-art“.

2022 gemeinsam erfolgreich meistern
Somit geht ein sehr turbulentes Jahr langsam aber sicher zu Ende. Im neuen Jahr bleiben die alten Herausforderungen auch die neuen, auch 2022 wird für die Betriebe kein einfaches Jahr werden. Die gute Nachricht aber: In unseren Kälbern schlummert noch immer sehr viel Potenzial, ich wünsche Ihnen und unseren Kälbern, dass wir dieses Potenzial gemeinsam Stück für Stück weiter erschließen und uns an frohwüchsigen, gesunden und langlebigen Kälbern jeden Tag aufs Neue freuen können!

In diesem Sinne, bleiben Sie mir gewogen, Ihnen und Ihren Lieben ein paar geruhsame Festtage und einen guten Rutsch,

Ihr Peter Zieger

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