40 Tage Gas geben – ein Leben lang davon profitieren

Die Fastenzeit mit ihren 40 Tagen wird gerne genommen, um mit sich wieder ins „Reine“ zu kommen und dem Leben wieder eine neue Sichtweise zu geben. Viele Menschen nutzen exakt diese Zeit zwischen Fasching und Ostern, um ihrem Körper und ihrem Geist etwas Gutes zu tun. Mehr erfahrt ihr hier…

Die Fastenzeit mit ihren 40 Tagen wird gerne genommen, um mit sich wieder ins „Reine“ zu kommen und dem Leben wieder eine neue Sichtweise zu geben. Viele Menschen nutzen exakt diese Zeit zwischen Fasching und Ostern, um ihrem Körper und ihrem Geist etwas Gutes zu tun. Mehr erfahrt ihr hier…

Gepostet von am 8. März 2021
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40 Tage Gas geben – ein Leben lang davon profitieren

Die Fastenzeit mit ihren 40 Tagen wird gerne genommen, um mit sich wieder ins „Reine“ zu kommen und dem Leben wieder eine neue Sichtweise zu geben. Viele Menschen nutzen exakt diese Zeit zwischen Fasching und Ostern, um ihrem Körper und ihrem Geist etwas Gutes zu tun.

Bei der Kälberaufzucht sind genau aber auch 40 Tage von Geburt an die alles entscheidende Phase für den weiteren Lebensweg. Hier besteht die einmalige Chance, das Kalb für Gesundheit und Leistung fit zu machen. Durch die sogenannte „Metabolische Programmierung“ kann ich mit optimalem Biestmilch-Management und energiereichem Tränkeregime den Stoffwechsel des Kalbes auf Jahre hinaus günstig beeinflussen. Wie das genau geht, erklärt Jürgen Plesse in diesem Beitrag zum 40Fit-Programm der Firma Förster-Technik.

Meisterkühe wie die österreichische „Nelly“ (Bild oben) und die deutsche „Diana“ zeigen was geht. Weltmeisterin Nelly ist 15 Jahre alt, gebar 9 Kälber und erzeugte im Laufe ihres bisherigen Lebens über 225.300 kg Milch. Ihre durchschnittliche 305-Tage-Leistung liegt bei 17.700 kg. Die in Schleswig-Holstein lebende „Diana“ steht dem kaum nach. 18 Jahre Lebensalter, über 200.000 kg Lebensleistung (bis jetzt), 13 Laktationen und die Spitzenleistung von 14.689 kg in der 11. Laktation sind beeindruckend und zeigen welch enormes Leistungspotential in den heutigen Kühen steckt.

Diana (9) VG87 im Sommer 2019, begleitet von ihren drei Töchtern Sophie (v. Beasley), Paula (v. Manpower) und Paris (v. Brisbane). (v.r.n.l.) (alle vier Kühe stehen im Besitz und in der Herde von Herrn Bestmann)

Um der Frage und dem Einwand vorzugreifen, auch Fleckviehkühe, wie die 18-jährige „Donna“ überzeugen. Sie erbrachte über 175.000 kg Lebensleistung. Bei 13 Kalbungen brachte sie 15 Kälber zur Welt. Ihre höchste Laktationsleistung von 13.197 kg erreichte sie in der 4. Laktation.

Die Lebenswirklichkeit der meisten Kühe mit ähnlicher genetischer Voraussetzung sieht aber anders aus. Die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt aktuell 37 Monate und die mittlere Lebensleistung liegt mit 26.600 kg unterhalb der Rentabilitätsgrenze.

Woher kommt diese Diskrepanz und wie lässt sie sich überwinden?
Die reale (phänotypische) Leistung ist immer ein Ergebnis der Genotyp-Umwelt-Interaktion. Das heißt, nur wenn die Umweltbedingungen in allen Lebensbereichen den physiologischen Anforderungen entsprechen, können auch die genetisch veranlagten Leistungsmerkmale zur vollständigen Ausprägung kommen.

Der Kälberaufzucht kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, weil hier Merkmalsausprägungen für den Rest des Lebens und unumkehrbar determiniert werden. Die Kolostrumversorgung spielt dabei eine maßgebliche Rolle. Die rechtzeitige Gabe von ausreichend Kolostrum in hoher Qualität ist die wichtigste und effektivste Einzelmaßnahme im Leben eines Rindes. Keine andere Maßnahme wirkt sich so stark und nachhaltig auf Gesundheit, Vitalität, Fruchtbarkeit und Leistungsbereitschaft aus.

Wann ist rechtzeitig?
So schnell wie möglich, längstens 4 Stunden nach der Geburt
Wie viel ist genug?
4 l in der ersten oder 6 l innerhalb von zwei aufeinander folgenden Gaben, innerhalb von 6 Stunden
Wie gut ist gut genug?
Mindestens (!) 55g IgG/L, bei Spindel grün, im Refraktometer min. (!) 21% Brix

Den nächsten, entscheidenden Einfluss hat die Fütterung in den ersten 40 Lebenstagen. Hier haben viele Studien und jahrelange Praxiserfahrungen bestätigt, dass sich die 40FIT-Fütterung nachhaltig positiv auswirkt. In einem Vergleichsversuch erzielten die 40FIT-getränkten Kälber 655 g höhere Tageszunahmen, 1.266 kg mehr Milch in der ersten Laktation, hatten 8 Sperrtage weniger und bessere Fruchtbarkeitsergebnisse.

Der 40FIT-Tränkeplan sieht eine ad libitum-Periode vor, die sich über die ersten 5 Lebenswochen erstreckt. Anschließend erfolgt das Abtränken von 12 auf 2 Liter täglich innerhalb von weiteren 5 Wochen. In der gesamten Zeit werden die Portionsgrößen individuell und altersabhängig optimal eingestellt. Tränkeautomaten und CalfRail bieten die Voraussetzung, die Kälber öfter als 3, bis zu 8 Mal täglich mit körperwarmer Milch zu tränken. Das kommt den natürlichen Ansprüchen am nächsten und unterstützt die metabolische und immunologische Prägung am besten.

Neueste Erkenntnisse haben gezeigt, dass die aktuell weit verbreiteten Strategien von 56 oder 70 Tagen Tränkedauer nicht dem entsprechen, was für ein optimales Wachstum und die Entwicklung und Reifung des Vormagensystems notwendig wäre. Hier ist eine neue Orientierung erforderlich. In Konsequenz dieser Erkenntnisse ergibt sich für die Zukunft eine Empfehlung für eine dreigeteilte Tränkeperiode.

Die Kolostrumversorgung hilft Verluste zu vermeiden, beugt Erkrankungen vor und ist die Initialzündung für die immunologische Prägung hohen Wachstums. Frühzeitige intensive Tränke hat einen positiven Einfluss auf die Organentwicklung und -zusammensetzung. Das führt zu höherer Futteraufnahme und -umsetzung, was die Milchleistung begünstigt und Verfettung vorbeugt. Spätes und langsames Abtränken verhindert Wachstumsdepressionen und führt zu frühzeitig zuchtreifen Färsen und einem Erstkalbealter im optimalen Bereich von 22-24 Monaten.

All diese Faktoren wirken im Zusammenhang und in enger Wechselwirkung. Der realisierte Effekt wirkt sich lebenslang und teilweise sogar auf folgende Generationen aus. Den Ansprüchen der Tiere gerecht zu werden, wird sich in der Rentabilität auswirken.

So gut wie jeder Landwirt kennt die „Metabolische Programmierung“, aber weniger als ein Drittel nutzt diese bislang. Das ist – insbesondere in der momentanen wirtschaftlichen Lage – eine „Geldquelle“, die man damit fahrlässig links liegen lässt. Wir reden hier über einen wirtschaftlichen Vorteil von mindestens 1.000 Euro und mehr pro Kalb. Und das bei einem nur minimalen Zeitaufwand. Jeder Finanzberater würde mit der Zunge schnalzen.

Wann fangt ihr damit an? Ich verspreche euch, ihr werdet euch ärgern, dass ihr erst jetzt damit begonnen habt! Wie die metabolische Programmierung funktioniert und wie ihr am besten damit startet, erfahrt ihr hier im Kälberblogger!

Euer Peter Zieger

    • Bosma
    • 10. März 2021
    Antworten

    Hallo Herr Zieger. Mittlerweile wird der Kälberblogger aber schon mehr und mehr zum Försterblogger. Und dann die 40fit-Philosophie auf der einen Seite und die CalfRail Fütterung auch noch mit als Werkeug einzubringen, verwirrend… am CalfRail bekommen die Kälber in der wichtigsten Lebensphase einige Tage sehr wenig Milch, bis diese sich an die Technik gewöhnt haben. Sehr kontraproduktiv und kontrovers zu 40fit. Aber immer schön die Werbetrommel rühren, das passt 😉👍

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